Neue Komödie im Theater von Gerry Jansen
kss.
- Nach der Sommerpause und pünktlich zum einjährigen Bestehen startet das
Gerry-Jansen-Theater in der Hellgasse 7 mit einer neuen Komödie in die Saison.
Sie heißt "Wer heiratet schon freiwillig?"
Unter der Regie von Gerry Jansen spielen außer ihm selbst noch Carola von Klaß,
Lothar Wirth, Angelika Fanei und Peter Weber.
Es
geht um einen jungen, schüchternen Geiger, der in seinem Ferienhäuschen eine
ihm unbekannte Dame erwartet, auf deren Heiratsannonce er geantwortet hat.
Dieses "Blind date" wird gestört von einem Dirigenten, der mit seiner
Freundin die Orchesterferien in just jenem Landhaus nutzen will, um seine neue
Komposition zu vollenden.
Der sieht die Heiratskandidatin und von Hormonen
regiert und der Midlife-Crisis geschüttelt, macht er sich an die Herzensdame
seines Geigers heran.
Dazu kommt noch ein arbeitswütiger Klempner, der natürlich immer in den ungünstigsten
Situationen auftaucht...
Nach einigen Anlaufschwierigkeiten
- zunächst blieb das Publikum aus, dann
erkrankte eine Hauptdarstellerin -
kann Besitzer Gerry Jansen jetzt zufriedener in die Zukunft schauen.
Die Besucherzahl sei "deutlich" und stets gewachsen, bilanziert er.
Zwar reichten die Zuschauerzahlen noch nicht aus, um den Theaterbetrieb
tatsächlich profitabel zu gestalten.
"Aber es geht permanent aufwärts", meint der Chef der Alzeyer
Komödie.
oben
Chaotisches Tete-a-Tete mit
Klempner
Volles
Haus bei Premiere der neuen Gerry-Jansen-Komödie / Erstmals wirkt Alzeyer
Schauspieler mit
rp.
- Stellen Sie sich vor.
Sie reagieren auf eine Heiratsannonce, und der chiffrierte unbekannte Wunschpartner
meldet seinen Besuch bei Ihnen zu Hause an. Obwohl Ihnen noch nicht bekannt
ist, ob die traumhaften Beschreibungen aus der Annonce Wahrheit oder maßlose
Übertreibung sind, bereiten Sie den Abend perfekt vor.
Die lumpigen Jeans verschwinden in der Schmutzwäsche. Stattdessen ist
Abendgarderobe angesagt. Und auch das übliche Dosenfutter bleibt heute im Schrank,
denn man möchte ja seinem zukünftigen Schatz zumindest am ersten Abend nur
feinste Gourmetspeisen präsentieren.
Doch dann stellen Sie entsetzt fest, daß Sie nicht alleine zu Hause sind, da
Ihr Chef das wertvolle Eigenheim zum Zwecke eines gemütlichen Tete-A-te-tes mit
seiner Freundin okkupiert hat.
Als dann noch ein einfältiger Klempner Ihre
Liebesbemühungen jäh stört, ist das Chaos perfekt.
Genau dieses Chaos aus Verwechslungen und Mißverständnissen sahen die Zuschauer
am Samstagabend im Gerry-Jansen-Theater.
Das von Jansen selbst geschriebene Stück "Wer heiratet schon
freiwillig" feierte vor erstmals ausverkauftem Haus seine Premiere.
Vor Beginn der Aufführung trat der Autor, Regisseur und Schauspieler Gerry
Jansen vor das Publikum und bedankte sich für dessen zahlreiche Präsenz...
In dem vergangenen Jahr seien die Zuschauerzahlen weit hinter den Erwartungen
zurückgeblieben...
Besonders großer Dank galt seinen Freunden und Mitarbeitern, ohne deren große
Unterstützung Jansen seinen Theaterbetrieb nicht aufrecht erhalten könnte.
Erstmalig im Gerry-Jansen-Theater trat auch ein Alzeyer als Schauspieler auf.
Peter Weber beanspruchte die Lachmuskeln der Zuschauer in der Rolle des
stotternden und trottligen Klempners Karl "Cha- Cha-Charly" Sack
gelegentlich bis auf das Äußerste.
Weber spielte die Rolle des Klempners Sack mit norddeutschem Akzent und
begeisterte das Publikum hauptsächlich durch seine trocken-ruhige Art und der
gut dargestellten Einfältigkeit des Karl Sack.
Er bildete einen Ruhepol im gesamten Stück, denn die übrigen Charaktere wirkten
sehr hektisch.
Gerry Jansen selbst spielte die Rolle des schüchtern-naiven
Violinisten Tim Tomas, der auf eine Heiratsannonce reagiert.
Die Komik in seiner Rolle entwickelte sich durch den blinden Glauben, dem er
jedem schenkt und in der Befolgung jeglicher, noch so unsinniger Ratschläge.
Seine Tolpatschigkeit und Unerfahrenheit "zwang" ihn zur Kooperation
mit dem in seinem Haus befindlichen Maestro Bernaar Nüüdääl.
Der gerissene Dirigent Bernhard Nudel, der auf der französischen Aussprache
seines Namens besteht, war jedoch nur vermeintlicher Helfer. Als er nämlich die
äußerst attraktive Natascha sah, fiel es ihm schwer, die eigenen Hormone unter
Kontrolle zu halten.
Aber dafür sorgte seine resolute Freundin Karin Bach, überzeugend gespielt von
Carola von Klaß.
Auch die zweite weibliche Rolle der Natascha Doleschalowa, gespielt von Angelika
Fanai, fand Gefallen bei den Zuschauern.
Der Humor des gesamten Stücks basierte auf Verwechslungen, Mißverständnissen
und witzig gestalteten Metaphern.
Wenn auch stellenweise die Komödie dem einem
oder anderen etwas zu hektisch vorkam (was vermutlicherweise an der Premiere
lag) und der Witz etwas stark konzentriert war, so werden dennoch sicherlich
viele Liebhaber diese Genres Gefallen an dem Stück finden.