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Allgemeine Zeitung Alzey vom 4.01.1999

Normalität und Wahnsinn

Gerry Jansens verrückte Gesellschaftssatire feiert begeisternde Premiere

hb.- "Sind wir nicht alle ein bisschen verrückt?" 

Muß man in unserer Gesellschaft nicht sogar ein bißchen verrückt sein, um aus der Masse herauszustechen? 

Diesen Fragen geht die "psychotische Gesellschaftssatire von Gerry Jansen nach und beantwortet sie auf unterhaltsame Weiße.

Rechtzeitig zu Silvester hätte Autor und Regisseur Gerry Jansen mit Hilfe seiner Regieassistentin Gerdv Bonnet und dem gut aufeinander eingespielten Ensemble das neue Stück fertiggestellt. 

Durch die Verlängerung der erfolgreichen Komödie: "Hurra, ein Mädchen'' und das bis vor kurzem laufende Weihnachtsmusical war die Theater-Crew ziemlich unter Druck geraten. 

Bis unmittelbar vor der Premiere mußten sich die Akteure den neuen Text einverleiben. 
Diesen "Stressfaktor" sei man den Stammkunden schuldig, für die es schon eine liebe Gewohnheit geworden sei, an Silvester das Theater zu besuchen, sagte Gerry Jansen nach der mit stehenden Ovationen gefeierten Premiere .

Zum Thema des Stückes konnte er auf manch guten Rat seiner Schwester zurückgreifen, die selbst Psychologin sei. 
Außerdem habe er auf Wunsch vieler Zuschauer mit "Volker von Alzey" erstmals einen Bezug zur Stadt hergestellt. 

Unter den Premierenzuschauern amüsierte sich auch der Alzeyer Peter Weber, der sich hier die ersten Schauspieler-Sporen verdient hatte und kürzlich in den "weißblauen Wintergeschichten" des ZDF mitwirkte (die AZ berichtete).

Hauptakteur in der spannenden Story zwischen Normalität und Wahnsinn ist Lothar Wirth, der als Psychiater Dr. Hans-Dieter Hempel mit höchst ungewöhnlichen Methoden seine Patienten behandelt. 

Er soll als "Psychiater des Jahres" mit einem Geldpreis ausgezeichnet werden, muß sich dafür mit der strengen Präsidentin des Preiskomitees (Karola von Klass) gutstellen.
Zwei seiner Patienten gefährden mit ihrer Anwesenheit in seiner Wohnung das Ziel seiner Träume. Die mit Minderwertigkeitskomplexen behaftete Sabine Fromm hängt wie eine Klette an ihm. 
In dieser Rolle der verhinderten "Traumfrau" beeindruckt Beate Rummel und reißt die Zuschauer insbesondere mit einem komischen Striptease mit. 

Ein weiterer "Härtefall" der Praxis. Dr. Hempel ist Volker Müller, der sich als Volker von Alzey kleidet und ausgibt. 
Hier brilliert Ralf Sande, der der berühmten Spielmann der Volkerstadt in Gestik und Ausdruck formvollendet nachahmt. 
Die einzig "Normale" im Dunstkreis des Psychologen scheint die Sprechstundenhilfe Tina Heuler (Tanja Götemann) zu sein, die für ihren Geliebten Hans-Dieter allerdings eine neurotische Patientin spielend muß, damit dieser dem Lügengebilde vor der Präsidentin aufrecht erhalten kann.

Als auch noch ihr Lebensgefährte Luigi Stiletto (Gerry Jansen) auf der Bildfläche erscheint, eskaliert der Wahnsinn, so dass zwischenzeitlich niemand mehr weiß, wer eigentlich auf die Couch gehört, die Psychiater oder die Patienten. 

Wie immer im Gerry Jansen Theater können die Zuschauer auf ein unkonventionelles Ende gespannt sein.

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Alzeyer Wochenblatt vom 7.01.1999

Mit Volker von Alzey und einer "Traumfrau"

Die neue "psychotische" Komödie von Gerry Jansen hatte Premiere / Volles Haus in der Hellgasse

ALZEY (M) - Mit "Staubsauger-Therapie", "Autowasch-Therapie", "Keller- Aufräum-Therapie" und "Bügeltherapie" behandelt der etwas dubiose Psychiater Dr. Hans-Dieter Hempel (Lothar Wirth) seine Patienten. 

Die sind allerdings auch außergewöhnlich, handelt es sich doch um keinen geringeren als den leibhaftigen Volker von Alzey (Ralf Sande), der mit seiner Fidel alles andere als brilliert, und die "Traumfrau" Sabine Fromm (Beate Rummel). 

Der Doktor selbst leidet anscheinend an Schlafmangel, den die "Behandlungen" findenden immer dann statt, wenn er auf seinem Sofa ein Nickerchen macht. 
Er kann sich nämlich keine eigene Praxis leisten. 
Aber eine Helferin (Tanja Götemann) hat er, die ihm auch in seiner lntimsphäre hilfreich zur Seite steht. 


So weit so gut. 
Doch: Durch einen kleinen Trick wird Dr. Hempel für die Auszeichnung "Psychiater des Jahres" vorgeschlagen. 
Das sein Ruf in Kollegenkreisen als fragwürdig gilt, will die Präsidentin des Psychiaterberbandes, Dr. Rita Salzgut (Carola von Klass) selbst prüfen, ob der Doktor der Auszeichnung würdig ist.

Und damit beginnen die Turbulenzen. 
Dr. Hempel will unbedingt die Auszeichnung, könnte er sich doch mit dem damit verbundenen Geldpreis endlich eine eigene Praxis leisten.

Mit vielen Ausreden, Lügen, Witz, Humor und nicht zuletzt mit Hilfe des liebenswerten Pizzabäckers Luigi Stiletto (Gerry Jansen) setzt er alles daran, die Präsidentin zu überzeugen.

 Knapp, knapper, am knappsten können die Vorbereitungen für das neue Stück von Gerry Jansen bezeichnet werden. 

"Nur einen Tag vor der Premiere war das Manuskript endgültig fertig ! Es Ist ein Hammer, dass die Schauspieler dies mitmachen" meinte Gerry Jansen. 

Aber sie machen es gerne mit, aus Freude am Theater und am Schauspielern. 

Sie sind engagiert, motiviert und freuen sich über den Applaus. Damit geizten die zahlreichen Besucher bei der Premiere im vollbesetzten Haus nicht. 

Standing Ovations am Ende. 

Rosen für die Darsteller, rundweg positive Resonanz und vor allem die Freude und den Spaß, den die Zuschauer hatten, dürften dem Team um Regisseur Gerry Janssen und seiner Assistentin Gerdy Bormet bestätigen, dass sie den richtigen Weg eingeschlagen haben.

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