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Alzeyer Allgemeine Zeitung vom 5.10.1999

Muskelkater vom Lachen

"Kaktus sucht Gießkännchen":  Stehende Ovationen für Gerry Jansen

hb. - "Es war wieder mal so richtig wild.  
        
Manchmal wollte ich weinen, aber jetzt glaube ich, es ist eines der besten Stücke, die ich je geschrieben habe."

Dieses Urteil von Theaterinhaber, Autor und Regisseur Gerry Jansen über sein neues Stück "Kaktus sucht Gießkännchen" wurde vom Premierenpublikum einhellig geteilt.

Noch nie in der bereits ins fünfte Jahr gehenden Laufbahn des Gerry-Jansen-Theaters hat eine Komödie auf der Bühne in der Hellgasse die Zuschauer so in Fahrt gebracht wie diese.

Minutenlange Standing Ovations und begeistertes Klatschen im Takt, bis die Schauspieler wieder und wieder zur Verbeugung herauskamen...

In der leidenschaftlichen Komödie über Liebe, Lust und Frust hat der Autor seinem bewährten Darsteller-Team die Rollen förmlich auf den Leib geschrieben. 

Lothar Wirth zog das Publikum schon von der ersten Spielminute als verschrobener einsamer Junggeselle Hansi Pelz in seinen Bann.  So glaubhaft stellt er den schüchternen Eigenbrödler dar, dass man denken könnte, er habe sein ganzes Leben nichts anderes gemacht als mit seinen zahlreichen, allesamt mit eigenen Namen versehenen Kakteen gesprochen.

Sein beschauliches Dasein ändert sich jäh, als sein Freund Matze Maul (Gerry Jansen) ihn überredet, eine Heiratsannonce aufzugeben.
Auf das bezeichnende "Kaktus sucht Gießkännchen" melden sich drei heiratswütige Kandidatinnen...

Da ist zum einen Tamara Tasloff, die sportliche Aerobiclehrerin, fetzig gespielt von Beate Rummel. Sie bringt den ruheliebenden Hansi gehörig ins Schwitzen.

Tanja Götemann in der Rolle der flotten Karrierefrau Pamela Andersrum unterbreitet dem Liebhaber der stacheligen Wüstenpflanzen ein attraktives Angebot.

Carola von Klass beweist als das Mauerblümchen Susi Zitzewitz einmal mehr ihre Wandlungsfähigkeit. Diese schüchterne Steuerprüferin wäre eigentlich die richtige Kandidatin für Hansi, gäbe es da nicht ein unüberwindlich erscheinendes Problem.

Er liebt Verona Feldbusch, und sie schmachtet nach dem seligen Elvis.

Mit ganzem Körpereinsatz attackieren die Schauspieler die Lachmuskeln der Zuschauer, die mit dem hinterhältigen Kaktus "Bruno" ebenso konfrontiert werden wie mit der Tatsache, dass ein einfacher Kochtopf zwar eine Wohltat für malträtiere Körperteile ist, aber eben diese in eine wahrlich verzwickte Klemme bringen kann.

Für den Lachkrämpfe auslösenden Ulk läßt Gerry Jansen nicht nur sprichwörtlich, sondern im wahrsten Sinne des Wortes die Hosen runter.


"Jetzt habe ich Muskelkater vom vielen Lachen", brachte eine Zuschauerin den Erfolg des trotz des brisanten Themas jugendfreien Stückes, das ein Spaß für die ganze Familie ist, nach dem furiosen Finale auf den Punkt.

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Alzeyer Wochenblatt

So ist es nun mal im Leben...

Gerry Jansen-Theater: Über Abenteuer von Frauen, die heiraten wollen

ALZEY (ua) - Zirka 200 Kakteen, die jeder einen eigenen Namen plus eigenes Gießkännchen haben, nehmen die Freizeit von Steuerprüfer Hansi Pelz (Lothar Wirth) vollkommen in Anspruch.

Seine selbst aufgestellte Theorie, dass Ehemänner angeblich im Bett nichts finden und zum Kühlschrank gehen, wogegen Junggesellen im Kühlschrank nichts finden und zu Bett gehen, hat ihn vor zwei Dingen bewahrt:
Vor der Fettleibigkeit und vor einer Frau.

So ist er bis zum 50. Geburtstag Junggeselle geblieben. 
Sein einziger Gast an diesem Ehrentag ist Freund Matze Maul (Gerry Jansen), der diesen Zustand für unerträglich hält und den Freund zu der Heiratsannonce "Kaktus sucht Gießkännchen" animiert.

Doch dann macht Hansi einen entscheidenden Fehler: Er lädt alle Bewerberinnen zur gleichen Zeit ein. Matze hat versprochen, tapfer Hilfestellung beim Eindringen der Weiblichkeit in die Junggesellenwohnung zu leisten...

Doch die Kakteen haben auch ein Wörtchen mit zu reden, wenn plötzlich andere menschliche Wesen, nämlich die drei Heiratskandidatinnen, gespielt von Beate Rummel, Tanja Götemann und Carola von Klass, die Aufmerksamkeit ihres Herrchens in Anspruch nehmen...

 Das 15. Stück, das Gerry Jansen in den fünf Jahren, in denen sich das Theater in Alzey etablierte, geschrieben hat, ist laut eigener Aussage "eines der Besten."

Und Recht hat er damit, denn die Lachmuskeln der Zuschauer werden ständig strapaziert - aber das soll ja der Gesundheit förderlich sein...

 Zu Beginn der Theateraufführung wird das Publikum mit dem a-capella-Song der Comedian Harmonists  "Ein kleiner grüner Kaktus" in die Wohnung von Hansi Pelz eingeladen...

Ob Hansi das Chaos in den Griff bekommt, kann immer mittwochs bis samstags um 20.15 Uhr und sonntags um 15.30 Uhr live erlebt werden.

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