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Alzeyer Zeitung

Nachtschicht in Ferienvilla

"Immer diese Handwerker" im Gerry-Jansen?Theater

"Immer diese Handwerker", mag der eine oder andere stöhnen "Immer die Handwerker", mit Betonung auf dem "immer", sagen all jene, die die neue Gerry-Jansen-Komödie gesehen haben.
Gemalert hat de chaotische Anstreicher Giovanni Canneloni zwar am Ende nicht viel, aber trotzdem hat er die Welt für alle rosarot werden lassen.

Da ist also Giovanni, etwas unterbelichteter und doch lebenskluger Italiener. Er sitzt im Ferienhäuschen der Wolfs, das er bis morgen komplett renoviert haben soll. Eine Nachtschicht ist unvermeidlich .

"Aber wasse solle diese Eile? Müsse erste male Vesperpause mache";

denkt er sich und lehnt sich mit Eselssalami und Vino rosso bequem zurück.

Doch seine Ruhe wird empfindlich gestört: Von.'Winnie Wolf, dem verkannten Dichter, und der Praktikantin Monika Prrcztnzá, später dann noch mehr von Yvonne Wolf (Carola von Klaß), Frau und Verlegerin von Winnie und ihrem Gespielen in spe, Privatsekretär Hugo Steiff.

Nun sind mit dem Wortwitz des Stückes, der Kunst der Schauspieler und dem tollen Bühnenbild alle Zutaten beisammen, um einen schönen Komödien-Abend zu erleben. Und das Publikum wird nicht enttäuscht.Unzählige gute Einfälle haben Gerry Jansen und sein Team in diesem Stück umgesetzt.
So ändern sich die Namen von Canneloni je nach Anlass (zum Beispiel Corrosioni, Catastrophi, Communioni, Corruptioni) und das Grunzen von Winnie bei beginnendem Liebespiel gefällt zwar Petra weniger, dem Publikum dafür um so mehr.

Liebe zum Detail
Der italienische Akzent, den Gerry Jansens Giovanni bis zum Ende durchhält, amüsiert ebenso wie die Szene, in der der wunderbar aufspielende Lothar Wirth als Winnie die schüchterne Monika unter den Tisch saufen will.
Herrlich auch Uwe Hörner, der den steifen Eisenbahnfreund Steiff mit so viel Liebe zum Detail spielt
Warum die so schön zerknirscht-verklemmte Monika von Petra Mott sich auf Ferien auf dem Reiterhof gefreut hat, soll hier aber noch nicht verraten werden und auch nicht, wer am Ende mit wem zusammenkommt.

Fest steht: Das verflixte siebente Jahr hat, dem Gerry-Jansen-Theater nichts anhaben können. Die gesamte Truppe zeigte sich in bester Spiellaune. Dem passt sich das Bühnenbild von Markus Klingenberg und Andreas Engel an

dem sah man an, mit welcher Freude die beiden bei der Sache waren. Mittlerweile können die zwei auch etwas mehr Geld für ihre Bauten ausgeben. Und auch der Stückeschreiber Jansen hat sein Repertoire erweitert:

Mittendrin ist da auf einmal dieser traurige Monolog über den grauen Alltag, sehr überzeugend vorgetragen von Carola von Klaß.
Da ändert sich plötzlich, die Stimmung im Publikum, alle werden ganz still in dieser sonst so rasanten und witzigen Komödie. Lachen und Weinen liegen eben dicht beieinander - und wer das erfahren will, geht in Alzey am besten zu den Bühnen-Handwerkern vom Gerry-Jansen-Theater.

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Alzeyer Wochenblatt

Bis morgen ist noch viel Zeit

Gelassener Handwerker sorgt für Verwirrung Neues Stück vom Jansen-Theater

"Immer diese Handwerker" heißt das neue Stück im Gerry Jansen Theater, das seiner Ankündigung "vor Lachen die Tränen in die Augen zu treiben" von Anfang bis Ende gerecht wird.

Am vergangenen Wochenende war Premiere, und bis Ende Februar wird Giovanni Canneloni alias Gerry Jansen von mittwochs bis sonntags immer wieder sein Publikum begeistern.

Der "Just in time" arbeitende italienische Maler ist ganz einfach zwerchfellerschütternd.
Zusammen mit ihm sorgen Lothar Wirth und Carola von Klaß als Yvonne und Winnie Wolf und Uwe Hörner und Petra Mott als Hugo Steiff und Monika Prrcztnzá für Spaß und Verwirrung auf der Bühne.

Das abgeliebte Ehepaar Wolf plant mit Privatsekretär und Praktikantin eigentlich und unabhängig voneinander ein Techtelmechtel im heruntergekommenen Ferienhaus, das Giovanni mit einem neuen Anstrich auf Vordermann bringen soll…

Das Zusammentreffen beider Paare mit dem typischen Handwerker, der erst auf den letzten Drücker seine Arbeit zu erledigen gedenkt, entwickelt sich über sich über schüchternes Warmwerden, vorsichtiges Entdecken und unliebsame Zwischenfälle auf einen Schluss zu, den sich jeder besser selbst anschauen sollte.
Die Werke des selbsternannten begnadeten Dichters Winnie begeistern dabei zwar die naive Monika, füllen ansonsten aber eher den Verlagskeller…
Die zungenbrechende Ode an seine Angebetete verkneift sich Winnie angesichts ihres unaussprechlichen Namens.
Privatsekretär Hugo Steiff dagegen wird dank des Zutuns der "Frau Direktorin" zunehmend lockerer und gewöhnt sich sogar an den Genuss von Cognac.

Zunächst als Bimmelbahn unterwegs, avanciert der zurückhaltende Mann schließlich zum ICE, was nicht zuletzt seiner gnadenlosen Kurzsichtigkeit zu verdanken ist.
Chefin Yvonne hat alles im Griff, nur ihren Göttergatten nicht und auch die Renovierungsarbeiten im zum Verkauf stehenden Häuschen scheinen ihr entglitten zu sein.
Praktikantin Monika dagegen stellt fest, dass das Küssen ganz schön kompliziert ist…
Dafür zeigt sie sich erheblich trinkfester als ihr zugetraut werden kann

Giovanni Canneloni aber, der sich mit italienischem Akzent und einigen Wortverdrehungen sehr zum Vergnügen des Publikums an deutschen Redewendungen versucht, bekommt immer wieder andere Namen angehängt und versucht verzweifelt, die zwei liebestollen Paare unter Kontrolle zu halten

"Bis morgen ist noch viel Zeit", lautet dabei sein gelassenes Motto.

Der Weg zum humorvollen Finale ist gepflastert mit komischen Verwicklungen, einfallsreichen Wortgeplänkeln, hochphilosophischen Erkenntnissen und nahrungswissenschaftlichen Aufklärungen.

Nicht nur die Kosenamen der Beteiligten, auch deren Rückfall in infantile Spielformen, um einander näher zukommen, reizen die Lachmuskulatur der Zuschauer.
Die können sich außerdem darüber freuen, schlauer und/ oder weltgewandter zu sein als die Protagonisten…


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